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Feuchtigkeit

Die folgende Tabelle zeigt die Richtwerte für die Feuchteemission in Wohnräumen.

Mensch sitzend68 g/h
Mensch in Bewegung181 g/h
Wannenbad680 g/h
Duschen2600 g/h
Pflanzen34 g/h
Kochen1700 g/h
Wäsche geschleudert193 g/h
Wäsche tropfnass500 g/h

Auch ohne großes Zutun wird die Raumluft angefeuchtet. Für einen 4-Personenhaushalt beträgt die Feuchteproduktion 13-15 Liter pro Tag.

Physikalische Grundlagen (Folgende Angaben gelten für einen Luftdruck von 1013 hPa)

Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als es kalte Luft kann. Das heißt im Winter, bei niedrigen Temperaturen ist die Außenluft trockener als im Sommer. Wird warme feuchte Luft abgekühlt fällt die Feuchtigkeit als Nebel, Niederschlag oder Schnee aus.

Ein m³ (1,2929 kg bei 0°C) Luft mit der Temperatur von 20°C kann 17,32 g Wasserdampf halten, diese Menge entspricht 100% relative Feuchte. Ein m³ Luft mit einer Temperatur von -10°C enthält bei 100% relativer Feuchte  2,13 g Wasserdampf. Diese beiden Temperaturen wurden gewählt, da das Glaserverfahren (siehe Unten) mit diesen arbeitet.

 

Tauperiode

Der Feuchteverlauf Tauperiode

Der Feuchteverlauf im Bauteil wird über mit Hilfe eines so genannten Glaserdiagramms dargestellt. Hier gelten folgende Paramter (DIN 4108-3)

Es wird zwischen der Tauperiode (Winter) und der Verdunstungsperiode (Sommer) unterschieden.

Tauperiode
innenaußen
Lufttemperatur 20°C-10°C
rel. Luftfeuchte50%80%
Periodendauer

60 Tage

Das Problem des ungewünschten Feuchteeintrags kann nur in der Tauperiode auftreten. Im Winter ist es im Raum wärmer als Außen. 

Wie schon in der Rubrik Dämmung erklärt ist die Bauteiltemperatur stets kälter als die Raumluft und fällt im Bauteil ab. An der Oberfläche der Außenseite herrscht annähernd die Temperatur der Umgebung.

Anhand eines Beispiels möchte ich den Vorgang des Feuchteeintrags verdeutlichen. Für das Beispiel werden folgende Werte verwendet.
Innen 20 °C, 100% rel. Luftfeuchte; Außen -10 °C, 100% Luftfeuchte, die gebunden Wassermassen (siehe Oben).

Es ist physikalisch belegt, unterschiedliche Energieniveaus sind bestrebt einen Ausgleich herzustellen. Deshalb versucht die warme Raumluft nach Draußen und die kalte Außenluft nach Innen zu gelangen (Transmission). Durch die Abkühlung des warmen Gases (Luft) würde die rel. Luftfeuchte über 100% ansteigen, somit fällt Wasser aus. Je kälter das Bauteil wird, desto mehr Wasser fällt aus.

Die meisten Baustoffe sind kapillar, das bedeutet, sie könne einen bestimmte Menge Wasser aufnehmen. Zwei Probleme die Auftreten können.

Reduzierung des U-Wert

Wasser leitet die Wärme 25 mal besser als Luft. Eine durchfeuchtete Außenwand hat somit einen schlechteren Wärmewiderstand. Mit dem geringerem U-Wert sinkt die Bauteiltemperatur, die Folge, noch mehr Feuchte fällt aus. 

Schimmelbildung

Die Kombination aus Feuchte und angenehmer Temperatur bietet ideale Voraussetzungen für das Wachstum von Schimmelpilzen. Diese sind, unabhängig von ästhetischen Aspekten, stark Gesundheitsgefährdend.

Konsequentes Lüften

Durch bewusstes Lüften wird trockene, kalte Luft in den Raum gelassen und feuchte Warme Luft nach Außen abtransportiert. Beim Erwärmen von trockener Luft kann Feuchtigkeit als Dampf aufgenommen werden.

In den Zeiten, als der Bezugstermin nicht durch den Kostendruck diktiert wurde, ließ man den Rohbau einen Winter austrocknen. Kalte trockene Luft entzieht den durchnässten Bauteilen die überschüssige Feuchte. 

Verdunstungsperiode

Feuchteverlauf - Verdunstung

Es herrschen Innen und Außen identische Eigenschaften.

Verdunstungsperiode
innenaußen
Lufttemperatur 12°C12°C
rel. Luftfeuchte70%70%
Periodendauer

90 Tag

Die Gegenüberstellung der beiden Ergebnisse erlaubt nun eine Beurteilung ob der Tauwasserausfall gefährlich für das Bauteil ist. Die Wassermasse, die verdunstet muss größer sein als die Masse an Wasser, die während der Tauperiode ausfällt. Das Bauteil muss über die Baustoffbeschaffenheit eine Verdunstung überhaupt zulassen.
Eine Folienlage nahe der Bauteilaußenseite würde die Verdunstung hemmen

Das Ziel:
Keine Kondenswasserbildung im Bauteil. 

Bitte bedenken Sie bei der Wahl einer Fassadendämmung, Dämmungen auf Kohlenwasserstoffbasis wie Styropor oder Polystyrol sind günstig und einfach in der Verarbeitung. Leider kann diese Art von Dämmung direkt mit "Ölzeug" oder "Friesennerz" verglichen werden. Die Bewohner müssen sich an neue Regeln des Lüftens halten um einen gefährlichen Tauwasserausfall zu verhindern.

Sie können auch mittels eines Lüftungsgerätes für die nötige Frischluft sorgen lassen. Eine so genannte KWL (kontrollierte Wohnraum Lüftung) sorgt für den nötigen Luftaustausch. Durch die integrierte Wärmerückgewinnung werden die Lüftungsverluste um bis zu 92% reduziert. Die besseren Effizienzhausstandards lassen sich nur mit einem Einbau einer KWL erreichen. 

Relative Luftfeuchtigkeit

Wer ein höheres Interesse an den Zusammenhängen von Feuchte und Temperatur hat, der kann zum einen über Wikipedia an Informationen gelangen. Wer selber rechnen möchte, kann über das ILK Dresden eine Tabellenkalkulation herunterladen.

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